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Haarsträubende Missverständnisse bei Paaren - und was hilft

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Viele Paarkonflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus unterschiedlichen Vorannahmen und unausgesprochenen Regeln.

  2. Wenn beide Partner nach verschiedenen inneren Regeln handeln, kann derselbe Moment für beide völlig unterschiedlich wirken.

  3. Gerade im Streit lohnt es sich, die eigenen gelernten Muster und die des anderen sichtbar zu machen.

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Missverständnisse und Konfliktsituationen bei Paaren entstehen häufig durch falsche Vorannahmen oder gegensätzliche Regeln! Expertentipps für streitende Paare.

Missverständnis - Unterschiedliche Regeln und Vorannahmen

Mancher Widerspruch bleibt so lange ungeklärt, bis man selber ein Opfer von Missverständnissen wird. Das kann man am Beispiel einer berühmt gewordenen Untersuchung zum Knutschverhalten englischer Mädchen und amerikanischer Soldaten studieren, die während des Weltkriegs in England stationiert waren... (nach Dietrich Schwanitz: „Männer eine Spezies wird besichtigt“)

Bei einer Befragung beider Gruppen ist herausgekommen, dass die englischen Mädchen die GIs für besonders stürmisch, sich selbst aber für zurückhaltend hielten; das aber umgekehrt die GIs die Mädchen als forsch und sich selbst als schüchtern einstuften! Als man die Sache näher untersuchte, fand man heraus, dass das Knutschprogramm für beide Gruppen aus circa 20 Phasen bestand.

Unterschiedliche Regeln im “Knutschprogramm“

Im amerikanischen Flirt-Programm kam der Zungenkuss schon in Phase 5, bei den Engländerinnen aber erst in Phase 10 vor. Dafür kam bei ihnen das Befummeln der Intimzonen schon in Phase 11, während das bei den GIs erst in Phase 19 kam. Applizierten also die GIs den Zungenkuss - in ihrer Skala in Phase 5, also recht früh - hieß das für die englischen Mädchen, dass sie auf ihrer Skala schon in Phase 10 angekommen waren. Sie erlebten also die GIs als besonders forsch. Das stellte sie vor die Alternative, entweder abzubrechen oder die nächste Phase, 11 auf ihrer Skala, also Heavy-Petting, einzuleiten. Das kam aber auf der amerikanischen Skala erst in Stadium 19. Folglich hatten die GIs den Eindruck, dass die englischen Mädchen schon in Phase 6 den Übergang zum Vollzug einleiteten.

Das Ergebnis war, dass die ganze Skala von 20 auf 7 Phasen verkürzt wurde und jeder der beiden geschworen hätte, der jeweils andere habe die Sache beschleunigt.

Hier ein weiteres Beispiel für einen Regelkonflikt

Unterschiedliche Partner haben teilweise völlig unterschiedliche Regeln und können sich daher ganz unnötig in die Haare geraten. Wie zum Beispiel dieses Pärchen, das zur Paartherapie kam, um seine Streitkultur zu verbessern:

Sie lebte zu Hause die Regel: „Bei einem Streit wird solange diskutiert, bis er zu Ende ist. Niemand verlässt den Raum, bis alles erledigt und ausgesprochen wurde und alle Beteiligten zufriedengestellt sind.“

Er wiederum hatte in seiner Familie gelernt: „Streitereien geht man am besten aus dem Weg, besser man schweigt, als das Falsche zu sagen. Wenn gestritten wird, verlässt man den Raum, bis sich die Luft geklärt hat und der Sturm vorüber ist.“

Haarsträubende Missverständnisse bei Paaren

Man kann sich vorstellen, wie die Kommunikation der beiden im Ernstfall ausgesehen haben muss und welche Probleme dadurch entstanden sind. Im Coaching von Paaren erlebe ich es immer wieder: Unterschiedliche Vorannahmen darüber, was gerade besprochen wird, was der andere meint oder worum es z. B. bei einem Streit wirklich geht, führen zu teilweise haarsträubenden Missverständnissen.

Wenn solche Regelkonflikte häufiger eskalieren, lohnt sich ein Blick auf typische Kommunikationsprobleme in der Beziehung: Oft geht es weniger darum, wer recht hat, sondern welche unausgesprochenen Erwartungen beide in ein Gespräch mitbringen.

Nächster Schritt

Warum versteht ihr euch immer wieder falsch?

Die meisten Beziehungskonflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus Missverständnissen. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, welche Kommunikationsmuster euch im Weg stehen.

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Häufige Fragen

Warum entstehen in Beziehungen so leicht Missverständnisse?

Weil Partner oft mit unterschiedlichen Vorannahmen in eine Situation gehen. Was für die eine Person selbstverständlich ist, kann für die andere ganz anders gemeint oder bewertet sein.

Was ist ein typischer Regelkonflikt im Streit?

Ein Partner möchte den Konflikt sofort aussprechen, der andere braucht Abstand und Rückzug. Beide folgen dann ihrer gelernten Regel, erleben das Verhalten des anderen aber schnell als falsch oder verletzend.

Warum wirkt das Verhalten des Partners manchmal so unverständlich?

Weil beide Seiten ihre eigene innere Skala für normal halten. Wenn diese Skalen nicht übereinstimmen, kann jede Seite den Eindruck bekommen, der andere beschleunige, blockiere oder verstehe die Situation falsch.

Was hilft Paaren, solche Missverständnisse besser einzuordnen?

Hilfreich ist, die unausgesprochenen Regeln hinter dem Verhalten zu erkennen: Was glaube ich, worum es gerade geht? Welche Regel habe ich gelernt? Und welche Regel könnte mein Gegenüber gerade befolgen?