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Beziehungskiller Handy: Zu viel Smartphone schadet

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Smartphone-Nutzung wird in der Partnerschaft vor allem dann belastend, wenn Aufmerksamkeit und Präsenz beim Gegenüber fehlen.

  2. Pphubbing kann Konflikte über das Handy verstärken und die Zufriedenheit in der Beziehung senken.

  3. Klare smartphonefreie Räume und Rituale können helfen, gemeinsame Zeit bewusster zu gestalten.

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Neue Studie warnt: Zu viel Zeit am Smartphone killt nicht nur deinen geistigen Akku, sondern auch deine Beziehung. Erschreckend viele von uns widmen ihre Aufmerksamkeit mehr ihrem Handy als dem Partner - Die Folgen für Beziehungen sind Distanz und Verlust der Kommunikation. Wie sich konstante Erreichbarkeit, ein gesunder Umgang mit dem Smartphone in der Partnerschaft und Aufmerksamkeit für Dinge die wirklich wichtig sind vereinbaren lassen, erfährst du im folgenden Artikel.

Liebst du schon, oder likest du noch?

Nahezu jeder von uns klebt des Öfteren vor dem handlichen Bildschirm. Prompt verheißt es seitens besorgter Kritiker, wir seien zu unsozial geworden, ob der massenhaft gesenkten Blicke in U-Bahnen und Bussen, bei gemeinsamen Essen und in Gesprächen. Allerdings bedeutet mit seinem Smartphone zu spielen in den meisten Fällen sogar besonders sozial zu sein: Wir schreiben Freunden auf WhatsApp, senden unseren Followern Fotos auf Snapchat oder posten für unseren sozialen Feed auf Facebook. Nicht umsonst heißen diese Kanäle „Social Media“.

Kritisch wird es, wenn wir die digitalen Wege sozialer Interaktionen den „klassischen“ vorziehen und dies sogar in einer Partnerschaft tun. Unsozial daran ist, dass wir unserem Gegenüber in der nicht-digitalen Welt kommunizieren: „Meine Aufmerksamkeit ist anderswo. Ich bin gerade sozial in Kontakt, aber nicht mit dir.“

Eine implizite Aussage, die laut Studien zu langfristigen Problemen in Beziehungen führen kann: Mittlerweile empfinden laut Umfragen 75% aller Frauen, dass der Smartphone-Konsum wesentlichen Einfluss auf die Partnerschaft nimmt.

Wie du trotz Beziehung deinem Smartphone treu bleibst

So dauerte es nicht lange, bis sich die Wissenschaft der Frage angenommen hat, wie sich Smartphone-Benutzung, während der Freizeit mit dem Liebsten, auf eine Beziehung auswirkt. In den letzten Jahren hat sich um dieses Phänomen sogar ein eigenes Wort entwickelt: „Pphubbing“. „Snubbing“ bedeutet jemanden verächtlich behandeln, „phubbing“ bedeutet jemanden dadurch verächtlich zu behandeln, dass man im direkten Umgang mit ihm auf das Handy blickt anstatt aufmerksam zu sein (phone-snubbing). Mit zwei „P“s, also Pphubbing, ist speziell die Situation gemeint, wenn es sich bei der anderen Person um den eigenen Partner handelt (partner-phone-snubbing).

Im Forschungsexperiment wurden Informationen zu Lebenszufriedenheit, Depression, Bindungsstil, Beziehungszufriedenheit und „pphubbing“-Verhalten erhoben.

Die Forschung zeigt:

  • Pphubbing führt zu mehr Konflikten über den Gebrauch des Smartphones und zu generell niedrigerer Zufriedenheit in der Partnerschaft. Diese wiederum führt signifikant zu weniger individuelle Lebenszufriedenheit und trägt sogar signifikant zur Entwicklung von Depressionen bei.
  • Damit eine Partnerschaft beidseitig zufriedenstellend ist, müssen die Liebsten füreinander präsent sein. Das bedeutet es reicht nicht in der Nähe des anderen zu sein: Aufmerksamkeit ist der wichtige Faktor für eine erfüllte Partnerschaft. Diese führt zum Gefühl von Verbundenheit, welche durch Ablenkung des Partners durch das Handy negativ beeinflusst wird. Es ist nicht möglich völlig präsent und durch das Handy abgelenkt gleichzeitig zu sein.
  • Die Benutzung des Smartphones in Anwesenheit des Partners sendet klare Signale über die eigenen Prioritäten.
  • Pphubbing-Effekte waren besonders stark bei Versuchsteilnehmern zwischen 18 und 29 Jahren - 42% erlebten Ablenkungen durch Smartphones sogar während der gemeinsamen Freizeit.
  • Übrigens haben auch andere Medien wie z.B. Videospiele in 75% der Fälle negative Auswirkungen auf Beziehungen, außer wenn beide gerne Videospiele spielen, dann sind mehr als drei Viertel der Paare sogar sehr glücklich damit.

Beziehungskiller Handy

Fünf Zeichen an denen du erkennst ob deine Beziehung unter Smartphones leidet

Bist Du ebenfalls betroffen? Das sind typische Pphubbing-Verhaltensweisen:

  1. Während einem typischen gemeinsamen Essen holt dein Partner das Smartphone heraus obwohl kein wichtiger Termin/Benachrichtigung ansteht.
  2. Dein Freund/deine Freundin platziert das Handy so, dass es sichtbar ist, wenn ihr zusammen seid und wirft während des Redens Blicke darauf oder behält es in der Hand.
  3. Wenn im Gespräch eine kurze Pause entsteht, wird das Smartphone gecheckt.
  4. Wenn das Handy läutet, holt dein Partner es auch mitten in einem Gespräch heraus.
  5. Wenn ihr gemeinsam ausgeht oder Freizeit genießt, benutzt dein Liebster/deine Liebste das Smartphone um in Kontakt mit anderen zu bleiben.

Glücklich, trotz Smartphone? Diese Tipps helfen

Folgende Tipps können deiner Partnerschaft helfen, einen gesunden Umgang mit dem Handy zu leben:

  • In der heutigen Gesellschaft sind wir auf Technologien notgedrungen angewiesen, um E-Mail und regelmäßige Erreichbarkeit kommen wir nicht herum. Dennoch kann es dafür seine Zeit und seinen Raum geben – und umgekehrt einen Raum ohne! Schaffe für dich und deinen Partner smartphonefreie Zonen, lasse zum Beispiel das Handy nicht in die Nähe des Bettes oder Esstisches.
  • Wenn du den letzten Absatz direkt wieder verworfen hast, weil das Smartphone im Schlafzimmer als Wecker gebraucht wird, gibt es dazu einen kleinen Trick: Einfach „Wecker kaufen“ in Google eintippen. Halte zumindest für eine Woche das Schlafzimmer smartphonefrei. Wer weiß, wofür der Raum dann wieder mehr genutzt wird…
  • Schaffe für dich und deine Beziehung bei wichtigen Anlässen wie Essen, Spaziergängen oder gemeinsamen Filmschauen bewusste Rituale, wie auf das Smartphone verzichtet werden soll.
  • Analysiere, was die Wichtigkeit, bzw. Werte hinter dem Smartphone-Konsum sind: geht es um Anerkennung (z.B.: Likes), FOMO (Fear of missing-out), Information oder schlicht Unterhaltung/Langeweile? Wenn du herausfindest, was dahintersteckt, kannst du auch leichter diesen Wert durch etwas Nachhaltigeres substituieren.
  • Sei selbst die Veränderung die du dir wünschst in der Welt und gehe mit gutem Beispiel voran! Leg dein Handy weg und widme dich mit deiner vollen Aufmerksamkeit deinem Freund/deiner Freundin – mit hoher Wahrscheinlichkeit empfindet er/sie dadurch auch vermehrt das Bedürfnis die Zeit mehr mit dir im Fokus zu verbringen.

Studie: My life has become a major distraction from my cell phone: Partner phubbing and relationship satisfaction among romantic partners. James A. Roberts, Meredith E. David, Hankamer School of Business, Baylor University, One Bear Place #98007, Waco, TX 76798, USA

Wenn das Handy nicht nur ablenkt, sondern immer wieder Kränkungen, Vorwürfe oder Rückzug auslöst, geht es meist nicht mehr um Technik allein, sondern um Kommunikation und Streit in der Beziehung.

Nächster Schritt

Ist das Handy zum Beziehungskiller geworden?

Wenn Smartphone-Nutzung bei euch immer wieder Streit, Distanz oder das Gefühl auslöst, nicht mehr wichtig zu sein, geht es selten nur ums Handy. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir, welche Bedürfnisse dahinterstehen und wie ihr wieder mehr echten Kontakt findet.

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Häufige Fragen

Warum kann das Smartphone in einer Beziehung zum Problem werden?

Problematisch wird es, wenn digitale Kontakte regelmäßig wichtiger wirken als die Person, die gerade anwesend ist. Dann entsteht schnell Distanz statt Verbundenheit.

Was bedeutet Pphubbing?

Pphubbing beschreibt, wenn jemand in der direkten Zeit mit dem eigenen Partner oder der Partnerin auf das Handy schaut, statt aufmerksam im Kontakt zu bleiben.

Woran erkennt man, dass Smartphone-Nutzung die gemeinsame Zeit stört?

Ein Hinweis ist, wenn das Handy beim Essen, in Gesprächspausen oder während gemeinsamer Freizeit immer wieder sichtbar ist oder gecheckt wird.

Was kann ein Paar konkret ausprobieren?

Ein erster Schritt sind klare Vereinbarungen: etwa handyfreie Zonen oder bewusste Rituale bei Essen, Spaziergängen und gemeinsamer Freizeit.