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Monogamisch leben – Dieses Beziehungsmodell könnte unser Zusammenleben revolutionieren!

Monogamisch leben – Dieses Beziehungsmodell könnte unser Zusammenleben revolutionieren!

Du liebst deinen Partner, doch nach und nach ist eure Beziehung in die Jahre gekommen, und die Leidenschaft die euch zu Beginn der Beziehung so stark aneinander gebunden hat, ist lange her? Hier erfährst du mehr über einen vielversprechenden Ansatz, vielleicht die Lösung schlechthin, wenn es darum geht, eine lebenslange, glückliche und vor allem leidenschaftliche Paarbeziehung führen zu wollen.

 

F est steht, es gibt Menschen, die nicht monogam leben wollen. Sie bevorzugen offene oder polyamoröse Beziehungen und fühlen sich damit rundum wohl. Auf der anderen Seite gibt es Paare, die sich für eine streng monogame Lebensweise entscheiden – und damit nicht überfordert, sondern sehr glücklich sind. Doch was ist mit dem überwiegenden Rest von uns? Der zwar seine Partnerin oder seinen Partner nicht verletzen möchte, Treue für wichtig hält und dennoch Sehnsucht nach Abwechslung verspürt? Was ist mit jenen die sich nach großen Gefühlen sehnen und prickelnder Erotik und die ein starkes Begehren zueinander und intensive Leidenschaft auch in einer langfristigen Beziehung nicht missen möchten?

Krisengebiet Paarbeziehung

Es herrscht Krisenstimmung! Doch spreche ich hier weder von Finanz-, Wirtschafts- noch Umweltkrise, sondern von einer zwischenmenschlichen. Nach zigtausenden Coachingstunden mit Paaren aus aller Welt kann ich bestätigen: Wir stecken in der Monogamiekrise! In Nordamerika liegt die Scheidungsrate bei über 40 Prozent und liegt bedeutend höher, wenn man Zweit- und Drittehen hinzuzählt. Noch tragischer sieht es in der EU aus. Von den gut 2 Millionen Hochzeiten, die jährlich innerhalb der Mitgliedsstaaten gefeiert werden, werden knapp 950 000 wieder geschieden! Dass einer der Haupttrennungsgründe Affären sind, muss wohl nicht näher erläutert werden.

Forscher deuten an, dass die Zufriedenheit in Paarbeziehungen schon weit vor dem Abklingen der Verliebtheitsphase nachlässt. Und wenn man den Zahlen Glauben schenken darf, gibt es ganz allgemein bei 60 Prozent der Männer und und 54 Prozent (!) der Frauen die Tendenz, jemand anderen für sich gewinnen zu wollen – trotz bestehender Partnerschaft!

Treue Paradox

Dabei – und das bestätigen Befragungen immer wieder eindrucksvoll und ist das Eigenartige an der Sache -, empfinden mehr als ¾ aller Seitenspringer nach wie vor starke Zuneigung für ihre Partner. Zudem wären sie gerne treu und wünschen sich sexuelle Loyalität auch von ihrem Gegenüber! Was stimmt da nicht? Ist das was tagsüber politisch korrekt ist, nicht im Einklang mit dem was uns nachts antörnt? Wollen wir etwa die eierlegende Wollmilchsau?! Sag ich doch, ein neues Krisengebiet hat sich da aufgetan. Denn die Liebe ist treu doch wir sind es offensichtlich nicht.

Fallbeispiel: Barbara und Phillip (Namen geändert) sind seit 14 Jahren ein Paar, und unglücklich, weil Zeit und Gewohnheit Lust und Leidenschaft längst aus ihrem Beziehungsalltag verdrängt hatten. Neulich in meiner Praxis haben sie sich schließlich eingestanden, dass ihr gegenseitiges Begehren schon lange auf der Strecke geblieben ist und sie nichts dagegen tun können, wenn sich zunehmend mehr sexuelle Gedanken und Untreuephantasien über Dritte in ihre Beziehung einschleichen. Da beide monogam leben wollen und Treue grundsätzlich für selbstverständlich halten, meinten sie, in einem Dilemma zu stecken, waren bestürzt und glaubten zunächst, dass diese Geständnisse nun der Anfang vom Ende seien. „Muss es nicht!“, erklärte ich. „Schon mal was von Monogamisch gehört?“

Monogamisch: Quasi monogam

Aktuell populär gemacht durch Dan Savage, den Betreiber der Sexkolumne Savage Love, möchte die Sexologin Jessica O`Reilly den Begriff in anderer Weise verwenden. Monogamisch zu leben bedeutet für sie, das Unantastbare, Exklusive, das Sichere und Geborgene einer monogamen Beziehung zu bewahren, gleichzeitig aber die Eintönigkeit des Alltags durch sexuelle Stimulation durch das Außen aufzubrechen.

Denken, nicht tun

Anreiz dazu sollen unsere Gedanken sein, keinesfalls unsere Taten! Was aber nicht meint, dass wir beim Sex an jemand anderen denken sollen. Es meint eine respektvolle, bewusste Auseinandersetzung dieser Gedanken mit dem Partner, was an und für sich noch nichts Revolutionäres ist. Es meint aber auch das Einbauen dieser Gedanken in das gemeinsame Liebesleben – und das ist einzigartig!

Sprechen JA berühren NEIN Beispiel: Ihr seid auf Urlaub, geht essen, und du bemerkst, dass dem Barmann deine Frau gefällt. Mit Stolz erfüllt animierst du deine Partnerin, mit ihm zu flirten. Den flotten Dreier sprichst du an – und nimmst ihn mit nach Hause. Den Gedanken, nicht den Barmann! Nun willst du, dass deine Frau die Augen schließt. Und sich 4 Hände vorstellt. Die deinen und die des Kellners. Nur darüber reden, nicht mehr!

Gedanken JA Aktionen NEIN Beispiel: Du findest die Idee, dein Partner würde von einem Fremden verführt werden schmerzvoll und dennoch sehr anregend, hast vielleicht schon Pornos konsumiert, würdest so etwas aber niemals real umsetzen wollen? Warum dann nicht monogamisch leben, den Partner in deine erotischen Geheimnisse einweihen und auf eigene Weise umsetzen?! Warum nicht den Mut haben, mit dem Partner über geheime Wünsche zu sprechen und im Bett gemeinsam Grenzen zu überschreiten, anstatt die Abenteuer im Kopf zu verteufeln und so die Partnerschaft irgendwann an die Wand zu fahren?

Der gemeinsame Besuch eines Stripclubs, ein Lapdance, der Dirty-Erotic-Talk, eine Telefonsex-Hotline. Ihr könnt auf eine Swingerparty gehen und euch dort vom Anblick, den Geräuschen und der sexgeschwängerten Energie anturnen lassen. Oder ihr meldet euch gemeinsam in einem Chatroom oder einem Live-Webcam-Portal an. Möglichkeiten der sexuellen Stimulation gibt es zur Genüge und der Kreativität sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Jedes Paar ist anders, nur ihr beide bestimmt euren ganz persönlichen und individuellen monogamischen Horizont!

Babysteps

Natürlich wird niemand von heute auf morgen monogamisch, und Verunsicherung, aber auch Eifersucht spielen eine bedeutende Rolle. Die Lösung: das schrittweise Eintauchen in diese neue Welt. So können gut und gerne Jahre zwischen dem Geständnis, dass du Eva Mendes scharf findest und dem Offenlegen deiner dunkelsten, erotischsten Fantasien vergehen. Und wenn du Sorgen und Angst nicht als etwas Bedrohliches empfindest, sondern als leidenschaftlichen Prozess im Entstehen von etwas Neuem, und in Balance mit Geborgenheit und Sicherheit eine Möglichkeit erkennst, Liebe und Lust zu steigern, werdet ihr schon bald erleben, dass das Stillen dieser zwei sehr elementaren Bedürfnisse – dem nach Sicherheit und dem nach Unsicherheit (Abenteuer) – zu einer erfüllteren Paarbeziehung führen kann.

Regeln vereinbaren

Wie gesagt, um sich sexuell zu stimulieren, sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hinter einer monogamischen Beziehungsform stehen keinerlei universellen Gesetzmäßigkeiten, vielmehr kann darin ein dehnbarer und sich veränderbarer Raum gesehen werden. Was in diesem Raum Platz hat und was wieder raus muss, könnt ihr als Paar ganz für euch alleine definieren. Setzt bewusst Grenzen, wenn ihr diese braucht: Vielleicht wollt ihr nur einmal im Monat eine dritte Person in Gedanken miteinbeziehen? Nur zum Geburtstag? Mittwochs? Im September? Im Urlaub? Oder ihr wollt euch nur dann sexuell von anderen stimulieren lassen, wenn ihr mindestens 250 Kilometer von eurem Heimatort entfernt seid? Und solltet ihr trotz Bemühen dennoch mal zu weit gehen, versucht, den Fehler als wichtige Lern- und Wachstumschance auf dem Weg zu eurer ganz persönlichen monogamischen Lebensführung zu sehen, und nicht als unverzeihbares Unglück.

Wie Monogamie 2.0 Beziehungen belebt

Es gibt kein Patentrezept für eine lebenslange Paarbeziehung, und doch haben Wissenschaftler 3 Tendenzen aufgespürt, die die Chancen auf ein glückliches Zusammenleben steigern:

  1. Miteinander über Gefühle reden – auch über die negativen.
  2. Eine Balance zwischen Bindung und persönlicher Freiheit schaffen, um dem Partner die Möglichkeit zu wachsen bieten zu können.
  3. Auf ein aktives Sexleben achten, was mehr ein Bemühen meint, denn die Häufigkeit.

Paare, die Ihren Begriff von Monogamie neu ausrichten – und wenn auch nur ein klein wenig -, bedienen automatisch diese 3 Komponenten! Monogamisch zu leben bedeutet also nicht nur der Fantasie einen Raum zu geben und ihr damit die Macht zu entziehen, auf reale Erfüllung zu drängen, sondern bedeutet auch, ganz wesentlich einen Beitrag dazu zu leisten, in den drei oben genannten Bereichen, die erfolgversprechend in dauerhaften Beziehungen wirken, aufzublühen. (Quelle: Monogamisch: Die neuen Regeln der Ehe nach einem Vortrag von Jessica O`Reilly)

Apropos monogamisch

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Beziehung retten / Eifersucht / Sex - Leidenschaft

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Profilbild von Dominik Borde
Dominik Borde, MSc (geb. 1971) ist einer der führenden Beziehungs-Coaches Europas und Gründer des Unternehmens Sozialdynamik mit Sitz in Wien. Der durch die International Coach Federation (ICF) zertifizierte Trainer und sein Team bieten Coaching- und Trainingsleistungen für Einzelpersonen und Paare, sowie – speziell für Führungskräfte entwickelte – Programme „Leadership 4.0“, „High Performance Coaching“ und „Executive Coaching“ an. In seiner Arbeit verwendet Borde unter anderem die von ihm entwickelte „360° Methode“ und das Konzept der „Sozialdynamik“, um die Eigenverantwortung des Einzelnen zu stärken und die Kommunikation innerhalb von Gruppen zu harmonisieren. Borde ist Autor zahlreicher Fachbücher und Videos zum Thema Beziehungsgestaltung und wird regelmäßig von internationalen Medien als Experte hinzugezogen.

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