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Weihnachten – 8 Beziehungstipps, um die Feiertage zu genießen

Paar mit Weihnachtsmützen küsst sich

Bald ist es wieder soweit: Weihnachten, “das friedvolle Fest der Liebe“, steht vor der Tür. Nicht bei Ihnen? Dann geht es Ihnen so wie unzähligen Menschen weltweit. Anstatt sich seiner Bedeutung würdig zu erweisen, wird Weihnachten in vielen Familien eher zur Streit und Frust-Veranstaltung. Knapp nach den Feiertagen herrscht dann in den Praxen von Paartherapeuten, Beziehungscoaches und Familienpsychologen absoluter Hochbetrieb: Zahlreiche Paare informieren sich über Trennung und Scheidung. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die “die schönste Zeit im Jahr“ nicht bloß überleben können, sondern ohne unnötige Konflikte wirklich genießen können.

D er Hauptgrund für Streitereien an den Feiertagen sind die zu hohen und meist unterschiedlichen Erwartungen, die Spannungen in der Partnerschaft schüren. Hier die 8 größten Feiertagsfallen und wie Sie sie umgehen:

Weihnachten – Entspannt zu zweit genießen

1. Zu hohe Erwartungen

Wie schon eingangs erwähnt, übersteigerte Erwartungshaltungen an das perfekte Weihnachten trüben die Wirklichkeit: Verschneite Landschaften, lachende Kinderaugen, die liebe Familie, die sich mit Ihnen freut, endlose Romantik, ausschließlich wohlwollende Mitmenschen, alles inklusive – ein MUSS! Viele Paare stecken in die Weihnachtszeit extreme Hoffnungen und sind umso enttäuschter, wenn diese nicht erfüllt werden.

Tipp: Schrauben Sie Ihre Erwartungen herunter! Unnötiger Druck durch unrealistische Erwartungen lässt jede Kleinigkeit zu einem Problem oder einer Enttäuschung werden.

2. Unterschiedliche Weihnachtstraditionen:

„Ohne Truthahn ist das kein Weihnachten, so feiere ich sicher nicht!“ oder „Ich hasse Tannen! Fichten sind viel schöner, meine Eltern haben immer…“

So oder so ähnlich beginnt häufig der Anfang vom jährlichen Familiendrama. Wo wird gefeiert, was wird gegessen und wie soll der Tannenbaum geschmückt werden?

Statistik – Die häufigsten Streits rund um Weihnachten

Laut Umfragen streiten 31 Prozent der Paare darüber, wie und mit wem Weihnachten verbracht wird, 17 Prozent über die Dekoration und 6 Prozent über das Festessen.

Da die meisten Menschen in ihrer Kindheit mit unterschiedlichen Traditionen aufgewachsen sind, sind wir wie Kinder enttäuscht und regieren unangemessen, wenn diese nicht weitergeführt werden.

Tipp: Besprechen Sie frühzeitig Ihre individuellen Vorstellungen und erklären Sie Ihrem Partner, warum das eine oder andere Ihnen besonders wichtig ist. Gehen Sie aber auch mal einen Kompromiss zu Gunsten Ihres Partners ein! Dekorieren Sie z.B. mit Ihren geliebten Strohsternen, essen aber dafür mal sein Traditions-Essen: Erdäpfelsalat mit Karpfen. Die nächsten gemeinsamen Weihnachten kommen bestimmt und im kommenden Jahr wird der Spieß dann einfach umgedreht. Das gilt auch für die liebe Verwandtschaft: In einem Jahr wird bei Ihren Eltern gefeiert, im nächsten bei seinen und im darauffolgenden Jahr richten Sie das Fest bei Ihnen daheim aus.

3. Peinlich! Zuviel Zweisamkeit

Traurig aber wahr, das durchschnittliche Paar verbringt im Alltag gerade mal zehn Minuten pro Tag mit gemeinsamen Gesprächen. Das ungewohnte, vermehrte Zusammensein und starke Erwartungshaltungen der Partner, sowohl an die freie Zeit als auch aneinander, sorgen häufig für miese Laune und schlechte Stimmung. Dort wo sich Mann/Frau automatisch aufgrund von Jobs, Verpflichtungen und Hobbys aus dem Weg gehen, ist man an Feiertagen angetreten, die Zeit gemeinsam zu verbringen. Damit steigt das Konfliktpotential, denn plötzlich ist Platz für “unerledigte“ Streitigkeiten und tief sitzende Paarprobleme. Gestresst durch Festtagesvorbereitungen kann es so leicht zu Eskalationen kommen.

Paare, bei denen im Alltag Liebe und Leidenschaft in Ihren Beziehungen nur wenig bis überhaupt nicht mehr gelebt wird, fällt dies möglicherweise  erst richtig zur Weihnachtszeit auf, wo die Abwesenheit sonstiger Ablenkungen und Ausreden das Fehlen intimer Nähe peinlich spürbar macht.

Tipp: Versuchen Sie, sich bewusst Zeit fernab des Weihnachtstrubels füreinander zu nehmen und klären Sie eventuelle Streitpunkte nicht erst während der gemeinsamen Feiertage. Im Gegenteil, lösen Sie die Probleme, falls nötig, mit professioneller Hilfe schon VOR den Feiertagen und gönnen Sie sich danach Ferien von Problemen. Sie sitzen vor dem festlich gedeckten Gabentisch, teilen Sekt – und wollen dabei über Ihre Beziehungsprobleme sprechen? Lassen Sie es! Probleme laufen Ihnen nicht davon. Ihrer Liebe tut die freie Zeit mit positiven gemeinsamen Erfahrungen weit besser als der Problemtalk!

4. Endlich Freizeit und trotzdem kein Sex?

Nehmen Sie sich die Zeit, einander präsent und nah zu sein und sehen Sie Ihrem Partner öfter mal, wie am Anfang Ihrer Beziehung, in die Augen!

Wenn die Paarbeziehung auf körperlicher Ebene ein wenig eingeschlafen ist, erwarten Sie sich nicht, dass plötzlich ganz von selbst Romantik pur aufkommt, nur weil in Ihrem Wohnzimmer ein Baum steht und Sie mit Ihrem/Ihrer Liebsten ein paar Tage daheim verbringen.

Tipp: Genießen Sie Nähe, auch ohne Sex! Vom Füße eincremen und massieren über streicheln, küssen, Kopf kraulen und zärtlich necken; vom Rumblödeln bis hin zu einem guten Gespräch über Wünsche, vergangene Erfahrungen oder zukünftige Pläne.

5. Sinne schärfen anstatt Kodakmomente suchen

Viele Menschen verbringen mehr Zeit damit, dem perfekten Kodakmoment für das eigenen FB- Profil hinterher zu jagen, als den Moment zu genießen.

Tipp: Atmen, schmecken und fühlen Sie Weihnachten bewusst und intensiv. Ein gutes Fest ist auch ein Rausch der Sinne, welche wir nur im Moment völlig genießen können.

6. Geschenke und Geld

Geschenke sind dazu da, sich gegenseitig eine Freude zu machen. In zahlreichen Familien entsteht aus gutem Willen häufig Streit. Der Grund sind zu hohe Erwartungen, unterschiedliche Vorstellungen über den Wert eines Geschenks, oder das Gefühl, der eigene Partner freue sich nicht entsprechend darüber.

Tipp: Um Konflikte zu vermeiden, machen Sie keine Geschenke, die Ihnen unnötig Kopfzerbrechen machen. Gerade Männer neigen häufig dazu, sich zu Weihnachten finanziell zu übernehmen. Ihre Partnerin/ Ihr Partner freut sich nicht darüber, wie sehr Sie im Nachhinein ins Schwitzen geraten, um sich das, was das Christkind gebracht hat, leisten zu können. Auch Sie selbst sollten rechtzeitig Ihre Wünsche äußern und einen ungefähren finanziellen Rahmen für Ausgaben festlegen. Geht es dann ans Auspacken der Geschenke, ist viel Feingefühl gefragt: Sie hatten sich eine schwarze Daunenjacke gewünscht und unterm Weihnachtsbaum lag ein blauer Schal? Zeigen Sie Ihre Enttäuschung lieber nicht und würdigen Sie stattdessen, dass sich Ihr Partner Gedanken gemacht habt. Danken Sie ihm / ihr genau dafür. Im nächsten Jahr senden Sie ihm dann einfach den Link zu Ihrem Weihnachtswunsch.

7. Von Party zu Party

Im Dezember ist meist Freizeitstress pur angesagt. Ob Firmen-Weihnachtsfeier, das Essen bei den Schwiegereltern oder der Besuch beim Punschstand mit den Nachbarn – ein Event jagt das nächste! Nebenbei sollte man noch Geschenke besorgen, die Wohnung auf Vordermann dekorieren, mit den Kindern was basteln oder Kekse backen. Die gesellschaftlichen Verpflichtungen verdoppeln sich schlagartig.

Tipp: Teilen Sie Anlässe und Verpflichtungen auf, um den vielen Ansprüchen gerecht zu werden. Wenn Sie gut gelaunt in Festtagsstimmung heimkehren, können Sie tun, worauf Sie Lust haben – bis der Weihnachtsbaum wackelt!

8. Gute Planung beugt schlechter Stimmung vor

Alles auf dem letzten Drücker zu erledigen stresst! Machen Sie sich gemeinsam – schon 1 bis 2 Monate vor Heiligabend – Gedanken darüber, wie Sie Familie, Freunde, Bekannte und Job unter einen Hut bekommen. Weihnachten sollte – wie ein Umzug – genauestens geplant werden.

Tipp: Da Weihnachten auch etwas mit Konventionen zu tun hat, bleibt es manchmal unerlässlich, die nervigen Schwiegereltern oder Menschen, die man im Alltag kaum sieht, einen Abend lang auszuhalten. Sehen Sie es als gute Übung der Nächstenliebe und atmen Sie tief durch, bevor Sie vorschnell Ihre Meinung äußern.

Worauf es wirklich ankommt

Alles in allem liegt es an Ihnen, an Ihrer eigenen Erwartungshaltung und Einstellung, ob Weihnachten ein Fest der Liebe oder ein Fest unliebsamer Auseinandersetzungen wird. Auch Ihre Kinder lernen den Umgang mit Familie, entfernten Verwandten und Stress weit mehr an Ihrem Beispiel, als an Erzählungen darüber, wie es früher einmal war.

Denken Sie: „Süßer die Glocken nie klingen”, wenn es am 24. Dezember an der Haustür läutet und der Trubel losgeht. Spätestens Anfang Jänner sind Weihnachtsmann, Christkind und Co. wieder über alle Berge

Frohe Weihnachten und ein entspanntes Fest!

Apropos Weihnachten

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Profilbild von Dominik Borde
Dominik Borde, MSc (geb. 1971) ist einer der führenden Beziehungs-Coaches Europas und Gründer des Unternehmens Sozialdynamik mit Sitz in Wien. Der durch die International Coach Federation (ICF) zertifizierte Trainer und sein Team bieten Coaching- und Trainingsleistungen für Einzelpersonen und Paare, sowie – speziell für Führungskräfte entwickelte – Programme „Leadership 4.0“, „High Performance Coaching“ und „Executive Coaching“ an. In seiner Arbeit verwendet Borde unter anderem die von ihm entwickelte „360° Methode“ und das Konzept der „Sozialdynamik“, um die Eigenverantwortung des Einzelnen zu stärken und die Kommunikation innerhalb von Gruppen zu harmonisieren. Borde ist Autor zahlreicher Fachbücher und Videos zum Thema Beziehungsgestaltung und wird regelmäßig von internationalen Medien als Experte hinzugezogen.

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