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Jun
2012

17 Juni 2012 10:00 - 17:00





Selbstsicher werden / wer Perfektion zum Standard macht hat keinen...

Selbstsicher werden

 

Selbstsicher werden: Wer nach Perfektion strebt urteilt andauernd, ob etwas richtig oder falsch, das Beste, der Superlativ ist, oder nicht. Für Michelangelo hat die Schöpfung ein tadelloses Werk vollbracht: "Die Erschaffung Adams", Sixtinische Kapelle. Heute sehen viele Forscher dies anders. Der Mensch ist nicht perfekt gemacht: "Der Mensch ist biologisch nicht gerade ein ausgereiftes Modell. Die Evolution hat in uns viele offene Baustellen hinterlassen – mehr als in anderen Lebewesen auf der Erde. Der Blinddarm ist Paradebeispiel für nicht nur überflüssige, sogar störende Überbleibsel aus der Frühzeit."

Welt Online Sept. 2010


Selbstsicher werden hat nichts mit perfekt sein zu tun! Ganz im Gegenteil, zu jener Idee, die besagt der Mensch sei die Krönung aller Möglichkeiten, hier einige Fakten!

 

 

Dein Wurmfortsatz ist nicht perfekt...

Kein Mensch braucht einen Wurmfortsatz: Das blinde Ende unseres Dickdarms verstopft nur all zu gern und führt zu unangenehmen Bauchschmerzen. Schon ein Kirschkern kann in die Klinik führen: Im Jahr 2005 kamen allein in Deutschlang 107 741 Patienten auf Grund einer Appendizitis unters Messer. Aber nicht nur der Wurmfortsatz bereitet uns mehr Kummer als Freude. Selbstsicher werden hat nichts mit perfekt werden zu tun.

 

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Deine Augen sind nicht perfekt...

Obwohl das Auge unser mit Abstand bestentwickelte Sinnesorgan ist, sind uns die meisten Wirbeltiere überlegen. Von wirbellosen ganz zu schweigen. Der menschliche Sehnerv liefert 85 Prozent der im menschlichen Gehirn gespeicherten Informationen.
Vergleicht man das menschliche Auge jedoch mit dem eines Tintenfisches, so erkennt man, dass unser wertvollstes Sinnesorgan falsch herum funktioniert – physikalisch ein echter Irrsinn.

 

Selbstsicher werden, Du bist nicht perfekt...na und!

 

Die menschliche Evolution ist nicht perfekt...

Die Menschheit ist biologisch betrachtet alles andere als die Krone der Schöpfung. Aber werden wir das jemals sein? Beeinflussen ein verbessertes Gesundheitssystem und Fortschritte in der Regenerativen Medizin unser Erbgut – wohin geht die Evolution?
„Die Evolution geht ziemlich langsam nirgendwo hin“, sagt der Biophilosoph Michael Ruse. Im Gegenteil: Medizinische Fortschritte, wie sie nur in den Industriestaaten zu verzeichnen sind, haben keine nennenswerten Auswirkungen auf den Genpool der menschlichen Art. Wenn überhaupt, dann bewirken sie, dass das schlechte Erbgut sich durchsetzt. Eine fortschrittliche Medizin verlängert das Leben eines Individuums, nimmt aber keinen Einfluss auf das Erbgut – und damit auf die Gesamtheit der Menschen.

 

Deine Genetik ist nicht perfekt...

In genetischer Hinsicht ist der Schimpanse dem Menschen ein Stück voraus, wie Forscher jetzt mit Verblüffung feststellten. Vor sechs Millionen Jahren trennten sich die Wege von Schimpanse und Mensch. Evolutionsbiologen der University of Michigan haben insgesamt 14 000 Gene verglichen, die sowohl der Mensch als auch der Schimpanse in sich trägt. Verblüfft stellten sie fest: Beim Affen haben sich 233 Gene perfektioniert. Beim Menschen sind es nur 154.

 

Deine menschliche Lunge ist nicht perfekt...

Auch die menschliche Lunge glänzt nicht durch Perfektion – eine Tatsache, der jeder Asthmatiker vermutlich uneingeschränkt zustimmen würde. Auch wenn Reinhold Messner im Jahr 1978 ohne zusätzliche Atemhilfe auf den 8848 Meter hohen Mount Everest kletterte; Vögel fliegen und atmen in noch weitaus schwindelerregendären Höhen. Die menschliche Lunge bildet eine Sackgasse. Atemluft strömt zunächst hinein, verweilt einen kurzen Augenblick zum Gasaustausch und wird anschließend wieder ausgeatmet. Die „verbrauchte“ Luft wird jedoch nicht komplett abgeatmet und so kommt es in unseren Atemwegen zwangsläufig zu einer Vermischung von sauerstoffreicher und sauerstoffarmer Luft – unsere Lungenbläschen müssen sich letztendlich mit Mischluft zufrieden geben.

 

 

 
Deine Zellen sind nicht perfekt...

Nicht nur unsere Organe sind ernüchternd weit von der Perfektion entfernt, auch die einzelne Zelle ist es. Auch auf mikroskopischer Ebene hat die Evolution ihre, aus heutiger Sicht, störenden Spuren hinterlassen. Vor etwa zwei Milliarden Jahren schlossen sich Bakterien und frühe Vorläufer unserer Körperzellen zu symbiotischen Lebensgemeinschaften zusammen. Bakterien mutierten vermutlich zu den uns als Mitochondrien bekannten Zellorganellen. Heute arbeiten sie als Kraftwerke in unseren Zellen – Zucker wird verbrannt. Da Mitochondrien ursprünglich als selbstständige Organismen funktionierten, verfügen sie in ihrem Inneren auch heute noch über eigene DNA. Insgesamt 13 Gene, die Bauanleitungen von 13 für die Funktion eines Mitochondriums entscheidenden Proteinen, lagern in unseren zellulären Kraftwerken. Es erscheint überaus fahrlässig, die Anleitung der Kraftwerkbestandteile direkt neben seinem Ofen zu lagern. Die Evolution hat es bisher aber nicht für nötig gehalten, die verbleibenden 13 Gene zu dem übrigen Genom in den sicheren Zellkern zu verlagern.

 

Trotzdem streiten wir mit der Realität und streben Unmögliches an, prügeln uns und andere mit Standards, die wir nur künstlich erfüllen können und vergessen dabei...

 

"Wer nach Perfektion strebt urteilt andauernd, ob etwas richtig oder falsch, das Beste, der Superlativ ist, oder nicht. Selbstsicher werden ist damit praktisch unmöglich. Doch Perfektion ist der niedrigste Standard, den der Mensch haben kann. Denn Perfektion ist kein Standard, weil Perfektion nicht existent und somit unmöglich ist. Wer versucht perfekt zu sein, hat keinen Standard sondern nur einen Weg, sich selbst und andere ständig zu prügeln."


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Spezielle Fragen kannst Du mit Kennwort "selbstsicher werden" gerne an mich senden!

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