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Grandioser Sex trotz Liebe – Wie du eine lebenslange Liebesaffäre mit deinem Partner lebst 

Paar beim Sex

Ist die Liebe ein wenig gereift, stellen die meisten Paare mit Bedauern fest, das gegenseitige Nähe und Intimität nicht automatisch auch guten Sex bedeuten. Ja, sogar das Gegenteil scheint sehr häufig der Fall zu sein. Obwohl Paare sich oft inniger lieben als am Anfang, erleben sie mit der Zeit immer weniger Verlangen und Leidenschaft. Hier erfährst du, wie du in einer Langzeitbeziehung großartigen Sex haben kannst und das Kribbeln des Anfangs immer wieder neu entfachst.

A m Anfang einer großen Liebe sind die gemeinsamen Stunden voller Verliebtheit, Innigkeit und Leidenschaft. Kaum ein Paar das nicht davon träumt es möge immer und ewig so weitergehen. Irgendwann scheint dann alles, was in einer langen Beziehung geschehen kann, schon geschehen zu sein und die Lust weicht der scheinbar ganz normalen sexuellen Langeweile.

Können wir wollen, was wir bereits haben?

Im Coaching unterschiedlichster Paare entdecke ich unabhängig vom Alter, der Herkunft und der gesellschaftlichen Stellung, eine auf den ersten Blick ernüchternde Gemeinsamkeit: Die meisten von ihnen vermissen das Kribbeln des Anfangs und wünschen sich die Lust und die Leidenschaft ihrer Beziehung zurück. Es entsteht der Eindruck, dass überall, wo verlässliche Romantik ins Spiel kommt, das gegenseitige Verlangen abnimmt oder gar in einer Krise mündet.

Lust ist uns wichtiger denn je zuvor

Gleichzeitig hat heute sexuelle Lust und gegenseitiges Verlangen einen Stellenwert wie nie zuvor. Während in den Paarbeziehungen unserer Großeltern noch wirtschaftliche, familiäre und gesellschaftliche Faktoren vorrangig zählten, erwarten wir uns heute von einer modernen Liebesbeziehung erfüllenden Sex über einen langen Zeitraum hinweg, verbunden mit intensiven Lust- und Verbundenheitsgefühlen, die im intensiven gegenseitigen Begehren wurzeln.

Der Widerspruch zwischen fixer Bindung und Leidenschaft

Die Lust aufeinander in einer festen Beziehung zu erhalten, gehört zu den wahrscheinlich größten Herausforderungen einer dauerhaft glücklichen Paarbeziehung. Es erfordert den Ausgleich zwischen zwei fundamentalen, aber völlig gegensätzlichen menschlichen Grundbedürfnissen.

1. Grundbedürfnis nach Sicherheit – Geborgenheit

Jeder Mensch hat ein Bedürfnis nach Sicherheit. Wir wollen uns auf den Partner verlassen können und wünschen uns Treue und Geborgenheit einer verbindlichen Beziehung auf Dauer, in der vieles festgeschrieben steht und vorhersehbar ist – die verankernde und erdende Erfahrung eines emotionalen “Zuhause seins“.

2. Grundbedürfnis nach Unsicherheit – Abenteuer

Andererseits: Wenn du immer weißt was geschieht, wie es geschieht und wann es geschieht, wird es auf Dauer langweilig. Darum hat jeder Mann und jede Frau auch ein Bedürfnis nach Unsicherheit und Abenteuer. Wir wollen Neues erleben, Unbekanntes kennenlernen und uns überraschen lassen. Und wir sehnen uns nach dem Kribbeln, das aus Neuanfängen, Risken und Unerwartetem entsteht.

Für eine dauerhafte und leidenschaftliche Liebesaffäre mit dem Partner müssen wir unser Bedürfnis nach Sicherheit und unser Bedürfnis nach Abenteuer in einer einzigen Beziehung miteinander vereinen!

Was macht den Unterschied zwischen Liebe und Begehren?

Im Zusammenhang mit Liebe wollen wir Sicherheit, wir wollen den Geliebten kennen, die Entfernung zwischen zwei Polen verringern. Wir wollen Nähe, um die Lücke zum anderen zu schließen und wir wollen Differenzen und Spannungen neutralisieren.

“Wenn in einer Beziehung die Erotik auf der Strecke bleibt, liegt es am Konflikt zwischen Liebe und Begehren.“ Esther Perel

Das Begehren aber braucht neue und ungewohnte Wege – Vorhersehbarkeit langweilt uns auf Dauer! Sehnsucht und Lust verspüren wir durch Fremdes und Unbekanntes, alles Mögliche ist noch möglich! Während die Geborgenheit einen Schutzwall nach Außen bietet, verlangt das Feuer der Leidenschaft nach viel Sauerstoff und freiem Raum zum Atmen.

Einer für Alles, ein Leben lang

In der modernen Form von Paarbeziehungen sind wir für die Erfüllung unserer Wünsche und Träume mehr den je auf einen Menschen ausgerichtet. Der intime Partner sollte praktisch alles bieten können. Einerseits sollte er unser Vertrauter, unser bester Freund, unser Lebensmensch sein, jemand, mit dem wir gemeinsam alt werden können, bei dem wir uns zugehörig fühlen und mit dem wir alles teilen. Andererseits sollte die gleiche Person uns immer wieder aufs Neue anturnen und uns als leidenschaftlicher Liebhaber unnahbar, überraschend, geheimnisvoll und fremd bleiben.

Wir sagen mit Selbstverständlichkeit: „Biete mir Komfort, aber bleib ein Rätsel! Gib mir Aufregung und Neues, aber biete mir Vertrautheit! Gib mir Sicherheit durch Vorhersehbarkeit und Kontinuität, aber bleib eine Überraschung!“

Kein Wunder also, wenn die meisten Paare überfordert sind, beides zu vereinen und mit der Zeit in eine sexuelle Krise geraten. Für eine erfüllte Liebesbeziehung mit dem Partner dürfen wir uns NICHT an die Norm halten, es gibt einen Ausweg! Dieser besteht in der Akzeptanz dieser gegensätzlichen Grundbedürfnisse, dem Mut und Willen, Neues zu lernen und ein wenig Fantasie.

Die DNA von Verlangen und Leidenschaft

Auf der Suche nach Antworten auf die Fragen: „Was turnt uns an, was macht uns geil, wann fühlen wir uns besonders zum Partner hingezogen?“, begegnen wir Immer wieder den folgenden Faktoren:

Wollen ist geil, brauchen ist fad

Übertriebene Fürsorglichkeit und Verlangen stehen einander im Weg. Ich habe noch nie einen Mann oder eine Frau kennengelernt, der/die sich von einer Person angeturnt fühlt, die allzu sehr das Gefühl des Brauchens vermittelt. Jemanden zu begehren ist geil, jemanden zu brauchen hingegen ein absoluter Lustkiller! Wir wollen keinen Sex mit unseren “Kindern“. Alles, was in der Beziehung zwischen Mann und Frau an Elternschaft erinnert, verringert die erotische Spannung.

Sehnsucht entsteht aus Abstand und Distanz

Wir sehnen uns am meisten nach dem Partner, wenn wir die Gelegenheit haben, ihn auch mal zu vermissen. Häufige Aussage: “Ich fühle mich zu meinem Partner am meisten hingezogen, wenn er weg ist bzw. wenn wir mal getrennt sind – und uns dann wiedersehen.“ 

Selbstsicherheit und Eigenständigkeit turnt an

Was uns am meisten anturnt ist, wenn wir unsere Partner strahlend, souverän und selbstsicher erleben. “Ich finde sie anziehend, wenn sie auf der Bühne steht“, “Wenn er sein Ding macht und etwas mit Leidenschaft angeht“ oder “Wenn ich sehe, wie andere sich zu ihm/ihr hingezogen fühlen“, sind häufige Aussagen von Menschen, die zu mir kommen.

Überraschungen wirken erotisch

Wenn wir rund um den Partner Neues und Überraschendes erleben, bekommt die Erotik neuen Schwung. “Wenn er/sie etwas Neues trägt, eine Veränderung macht oder sich unerwartet verhält, finde ich das irgendwie aufregend.“ Dabei geht es nicht um neue Stellungen oder um ein neues Repertoire an Verhaltensweisen, sondern darum sich zu erlauben, dem Partner auch mal eine andere Seite von sich zu zeigen. Dazu gehört natürlich auch ein wenig Mut und Selbstsicherheit.

Todernst ist auf Dauer tödlich langweilig

In einer Beziehung, in der es nichts oder wenig zu lachen gibt, ist auch unterhalb der Gürtellinie bald die Luft raus. Gemeinsam lachen wirkt als Aphrodisiakum. “Wenn wir gemeinsam so richtig lachen und uns miteinander “zerkugeln“, steigert sich auch meine Lust“.

Der Geist von Erotik ist politisch unkorrekt

Wir fragen uns: Warum zum Teufel ist Verbotenes leider geil und Erlaubtes oft fad? Manche Grenzüberschreitungen steigern unser Begehren, und unser Verlangen geht oft mit Gefühlen einher, die sich wenig mit dem Begriff der romantischen Liebe vereinbaren lassen.

Macht, Dominanz, Unanständigkeit, Verruchtes und Verbotenes. Die meisten von uns werden nachts von genau jenen Dingen angeturnt, die sie tagsüber ablehnen. In unserem Geist geschieht manches, von dem wir nicht glauben, dass wir es dem geliebten Gegenüber mitteilen sollten. Liebe sollte selbstlos sein, doch Verlangen hat tatsächlich mehr mit Egoismus im besten Sinne zu tun.

“Verlangen ist die Fähigkeit, bei sich selbst zu sein, in der Gegenwart eines anderen.“ Esther Perel

Verantwortung und Verlangen können einander nicht leiden

Begehren und sexuelle Leidenschaft brauchen Freiheit und Raum zur Entfaltung. Wenn du das Gefühl hast, dein Partner lässt dich nicht oder nur widerwillig deinen eigenen Kopf benutzen, wenn du in einer Beziehung den Entdecker und Forscher in dir ständig unterdrücken musst, egal ob im Bett oder anderswo, bleiben dir meist nur wenig attraktive Alternativen. Entweder kannst du dich mit schlechtem Gewissen entfernen und frei machen, wissend, dass deine Beziehung nachhaltig darunter leiden wird, oder du kannst einen Teil von dir aufgeben und lernen anders zu lieben, um den Partner nicht zu verlieren. Beide Varianten sind wenig prickelnd und ersticken auf Dauer jede Lust.

Eine häufige Aussage von Klienten ist:

“Je wichtiger die Beziehung wurde, je verantwortlicher ich mich fühlte, umso weniger konnte ich loslassen.“

4 Geschenke an den Partner, die Lust machen

Meiner Erfahrung nach sind 90 Prozent aller Paare sexuell NICHT besonders glücklich und überhaupt nicht dort angelangt, wo sie gerne mit ihrer Leidenschaft wären. Wenn du mehr möchtest, als die meisten und die Lust und Leidenschaft in deiner Beziehung dauerhaft erhalten willst, hier ein paar erste Tipps in die richtige Richtung:

1. Schenke deinem Partner Freiheit

Bleiben zu müssen ist kein Vergnügen. Gib deinem Partner das Gefühl FREI zu sein und selbst entscheiden zu dürfen, was auch immer ihm oder ihr Freude und Lust bereitet. Dieser Punkt ist ganz besonders schwierig und erfordert von dir Toleranz und eine große Portion Selbstsicherheit.

Wenn du deinem Partner das Gefühl gibst frei zu sein und ihm die Welt gönnst, kann er das Gefühl von Verbundenheit und Trennung gleichzeitig erleben. So kann dein Partner – in seiner Fantasie – loslegen, sich selbst spüren, verspielt sein und gleichzeitig wissen, dass du da bist, wenn er zurückkehrt.

2. Schenke deinem Partner seine sexuelle Privatsphäre

Paare, die langfristig sexuell glücklich sind, wissen, dass jeder Mensch anders ist und einen sexuellen Raum braucht, der nur ihm/ihr alleine gehört. Was immer es auch ist, das deinen Partner antörnt, gönne es ihm! Kopfabenteuer sind KEINE Bedrohung für eine Beziehung!

3. Schenke deinem Partner DEINE Selbstzufriedenheit

Solltest du leiden, weil du dich zu alt, zu faul, zu fett oder zu schwach fühlst, nimm dein Schicksal in die Hand und ändere es. Dein Partner reflektiert deine schlechten Stimmungen und alle Reizwäsche der Welt wird deine Lustlosigkeit nicht ändern können, wenn du dich mir dir selbst nicht wohlfühlst.

4. Schenke deinem Partner bewusst Zeit für Erotik

Glückliche Liebespaare wissen, dass Erotik und gegenseitiges Verlangen nicht immer und selbstverständlich von alleine kommt und bewusst geplante und gewollte Zeiten und Räume braucht. Wenn du den grantigen Chef, die anstrengende Firma, die Sorgen rund um gemeinsame Kinder, all die vielen Verantwortungen aus dem Alltag mit ins Bett nimmst, ist es kein Wunder, wenn dort bald die Flaute herrscht.

Fazit

Willst du die Leidenschaft in deiner Beziehung wiederbeleben, lass hin und wieder mal den braven Bürger, den Arbeiter, den Papi, die Mami oder Saubermann vor der Haustür stehen und lenke deinen Fokus bewusst auf all jene Dinge, die fernab aller Verpflichtungen, Sorgen und Verantwortungen dich und deinen Partner ursprünglich zusammengeführt haben.

Apropos Sex und Leidenschaft

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Beziehung verbessern / Sex - Leidenschaft

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Profilbild von Dominik Borde
Dominik Borde, MSc (geb. 1971) ist einer der führenden Beziehungs-Coaches Europas und Gründer des Unternehmens Sozialdynamik mit Sitz in Wien. Der durch die International Coach Federation (ICF) zertifizierte Trainer und sein Team bieten Coaching- und Trainingsleistungen für Einzelpersonen und Paare, sowie – speziell für Führungskräfte entwickelte – Programme „Leadership 4.0“, „High Performance Coaching“ und „Executive Coaching“ an. In seiner Arbeit verwendet Borde unter anderem die von ihm entwickelte „360° Methode“ und das Konzept der „Sozialdynamik“, um die Eigenverantwortung des Einzelnen zu stärken und die Kommunikation innerhalb von Gruppen zu harmonisieren. Borde ist Autor zahlreicher Fachbücher und Videos zum Thema Beziehungsgestaltung und wird regelmäßig von internationalen Medien als Experte hinzugezogen.

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